Algemeines
Recherchen über die jüdische Gemeinde von Siegburg sind sehr schwierig, weil es einfach kaum noch schriftliche Informationen gibt. Denn die jüdischen Schriftquellen, die es gab, überlebten die Progrome und die NS-Zeit oft nicht oder verbrannten entweder mit den Synagogen und anderen jüdischen Gebäuden. Ein Beispiel ist, dass die Gemeindedokumetation der jüdischen Gemeinde Siegburg in einem der Gebäude neben der Synagoge aufbewart wurden und somit zusammen mit der Synagoge während der Novemberprogromen 1938 verbrannten.
Aufgrund dessen ist auch unklar, wie viele Mitglieder die Gemeinde hatte oder was das genaue Datum der Einweihung der Siegburger Synagoge war.
Geschicht der jüdischen Gemeinde
Die Jüdische Gemeinde von Siegburg umfassste neben der Synagoge, eine Schule und ein Jüdisches Bad (Mikwe)
- vor 1220: Nathan von Syberch (Siegburg) ist ein Siegburger Jude in Köln
- ca.1287 Nachweiß einer jüdischen Gemeinde in Siegburg
- 1384 Älteste Erwähnung der Judengasse in der Nähe heutigen der Ringstraße im Stadteil Driesch
- bis 1440: Ritualbad der jüdischen Gemeinde in der Holzgasse, Kellermikwe (siehe Mikwe)
- 1440 Auflösung oder Vertreibung der jüdischen Gemeinde in Siegburg
- 16. Jh.: Der Jüdische Friedhof wird „Judenkirchhof“ genannt
- 1628: Wieder Jüdische Bürger in Siegburg
- 1696: Ältester Grabstein auf dem Friedhof
- 17. Jh: Wiederbegründung der jüdischen Gemeinde.
Es gibt 5 jüdische Familien in Siegburg. - 1816: 82 Jüdische Gemeindemitglieder
- 1841: Einweihung der Synagoge in der Holzgasse Nr. 26
- 1846: Erste Wahl eines Jüdischen Gemeinderates: Isaac Bürger
- 1859: Gründung einer Jüdischen Grundschule und einer Religionsschule in der Holzgasse
- 1911: 341 Jüdische Gemeindemitglieder
- 1. April 1933: Boykott jüdischer Geschäfte in Siegburg: „Kauft nicht von Juden“
- 9./10. November 1938: Die Siegburger Synagoge wird angezündet und brennt ab.
- 1938: Erst werden Juden in der Brandstraße 42/44 gebracht, dann müssen die über 200 Siegburger Juden nach Much in ein Lager und später in Vernichtungslager.
- 1940 Abriss der Ruine der Synagoge
- 7. Oktober 1946: Wiedergründung der Synagogengemeinde im Siegkreis
- 1954: Zusammenlegung der Synagogengemeinde im Siegkreis mit der Gemeinde in Bonn.
Quellen
- Informationstafel auf dem Jüdischen Friedhof in Siegburg